Bei den Saiteninstrumenten wird der Klang durch das Schwingen von Saiten erzeugt, das dann auf das Resonanzkörper übertragen wird. Die Höhe des Tons hängt von der Länge der Saite, ihrer Dicke, Spannung und der Dichte des benutzten Saitenmaterials ab. Die Saiten wurden von verschiedenen Metalen oder Darm (meistens von Schaff) hergestellt, wobei diese Materiale auch kombiniert wurden. Heute benutzt man häufig wegen ihrer Eigenschaften auch Nylon und andere Kunststoffe, und zwar auch in der alten Musik.
Die Saiteninstrumente werden nach der Art, wie die Saite zum Schwingen gebracht wird, als Zupfinstrumente (wenn die Saite mit Finger oder Plektrum gezupft wird) oder Streichinstrumente (wenn sie mit Bogen gestrichen wird) bezeichnet. Manchmal werden auch andere Mittel benutzt, wie ein Schlag mit dem Schläger beim Hackbrett und Scheitholt, oder sogar mehr komplizierte Vorrichtungen wie die Tastaturmechanik des Cembalos oder die Radmechanik der Drehleier. Manche Instrumente haben dazu noch sog. Resonanzsaiten, die überhaupt nicht gespielt werden, die jedoch mitklingen, wenn derselbe Ton – oder ein verwandter – erklingt.
Dieses Instrument hat in den Ländern des Mittelostens (Irak, Persien) seinen Ursprung, wo es in der Volksmusik bis heute in einer beinahe unveränderten Form unter dem Namen 'Ud ('Oud) benutzt wird. Es wurde schnell in der ganzen arabischen Welt verbreitet und nach der Eroberung von Pyrenäenhalbinsel durch die Mauren wurde es auch nach Europa gebracht. Während der Wiedereroberung von Spanien und Portugal durch die Christen wurde „el laúd“, Laute, schrittweise auch in anderen europäischen Ländern bekannt.
Die europäische Laute wird mit den Bünden versehen; dadurch wird die Intonation erleichtert und der Spieler kann auch anspruchsvolle mehrstimmige Kompositionen spielen. Die Saiten werden grundsätzlich mit den Fingern gezupft, auch wenn belegt wird, dass in der frühesten Entwicklungsperiode der europäischen Laute gleich wie bei der arabischen Laute ein Plektrum benutzt wurde. Die Gestalt der europäischen Laute hat sich im Laufe der Jahrhunderte wesentlich geändert und die Zahl der Saiten nahm zu — von den 5 Chören im XV. Jh. bis zu 13 und mehr Chören im Spätbarock. Im XIX. und XX. Jh. verschwanden die Lauten und sind in der Aufführungspraxis mit Gitarren ersetzt worden.



| Oud | 5-chörige | 10-chörige |
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Dieses längliche Instrument ist mit seinem Bau und mit der Spieltechnik der Zither am ähnlichsten. Es liegt am Knie des Spilers, der mit seiner rechten Hand die Saiten mit dem Schläger schlägt oder mit dem Plektrum zupft, wobei er mit der linken Hand eine oder zwei Melodiesaiten immer hinter dem entsprechenden Bund zum Korpus des Instruments drückt und dadurch die Melodie erzeugt.
Scheitholt war (unter verschiedenen Namen) in der Vergangenheit auch in Mitteleuropa ein beliebtes Instrument, heutzutage ist es sogar aus der Volksmusik ganz verschwunden; es lebt jedoch immer noch in der englischen und amerikanischen traditionellen Musik, wo es als mountain oder appalachian dulcimer bezeichnet wird. Unser Scheitholt ist nach der Zeichnung von Michael Pretorius Syntagma musicum gebaut worden.

Der Name dieses Instruments stammt von dem griechischen Wort psalterion, das ein Zupfinstrument allgemein bezeichnet. Psalter ist nach Europa vom Nahen Osten und Nordafrika durch Byzanz und maurisches Spanien gekommen. Die Saiten sind paralell mit dem Klangbrett gelegt und werden mit Fingern oder mit einem meistens von einem Vogelfeder gemachten Plektrum gezupft.
Auf den mittelalterlichen Abbildungen sind verschiedene Formen vom Psalter belegt: dreieckige, trapezförmige oder gar unregelmäßige. Eine Form, die als böhmischer Flügel (ala bohemica) bezeichnet wird, hat zwei Saitensätze gehabt, die wahrscheinlich für den rechten und linken Hand des Spielers bestimmt waren. Seit Spätmittelalter wird der Bau des Psalters dem Hackbrett ähnlich, der Unterschied bleibt in der Besaitung und in der Spieltechnik. Man kann annehmen, dass einige Formen vom Psalter zum Ausgangspunkt der Entwicklung von Tasteninstrumenten wurden.
Abarten von diesem Instrument können im Folklor verschiedener Völker gefunden werden, z. B. das finnländische Kantele oder russische Gusle; in den arabischen Ländern, im Mittelosten und Kaukasien wird ein ähnliches Instrument als kanon, bzw. qanun bezeichnet.


| Psalter | Kantele |
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Dieses Saiteninstrument stammt wahrscheinlich von Mittelosten und wurde nach Europa wahrscheinlich im Laufe des XI. Jhs. gebracht. Das mittelalterliche Hackbrett hat einzelne oder doppelte Saiten gehabt, die paralell über einen Steg geführt wurden.
Um 1600 werden drei Saiten pro Chor der zweite Steg benutzt; die Saiten werden dabei abwechselnd über einen und unter anderen Steg geführt — dies ermöglicht dem Spieler einen leichteren und genaueren Schlag. Später wurden noch weitere Stege beigefügt und Hackbrett wurde dadurch voll chromatisch.

Fiedel ist ein direkter Vorfahre der heutigen Geige, wobei jedoch als Fiedel (viele) eine Gruppe von Instrumenten derselben Art bezeichnet wird. Die finale Gestalt der Fiedel hat sich an der Wende vom XI. zum XII. Jh. gebildet. In den XIII.–XV. Jhn. wurde die Fiedel neben Blockflöten zu den beliebtesten Instrumenten und das Fiedelspiel gehörte zu den Grundkenntnissen der wanderndernder Musiker.


| 5-saitige | 4-saitige |
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Dieses heute kaum noch bekannte Instrument war sehr beliebt in der europäischen Musik und wurde seit Mittelalter bis zum Anfang des XX. Jhs. benutzt. Die Saiten werden nicht mit einem Bogen, sondern mit einem drehenden Kurbelad gestrichen. Die Melodiesaiten sind dabei vor dem Zuhörer versteckt, sie befinden sich im Inneren des Instruments und werden von dem Spieler mittels einer tastaturähnlichen Mechanik entsprechend verkürzt. Das Instrument wird gewöhnlich mit einer oder zwei Melodiesaiten versehen; zwei Saiten werden auf denselben Ton oder in einer Quinte gestimmt und haben gemeinsame Tastaturmechanik. Außer den Melodiesaiten hat das Instrument eine variierende Zahl von Bordunsaiten, die außerhalb der Tastaturmechanik geführt werden und während des Spielens denselben Ton spielen. Eine von den Bordunsaiten wird mit einem schwingenden Steg versehen, der der Drehleier ihren charakteristischen Schrillklang verleiht und den Rhythmus der Komposition hervorzubringen ermöglicht.
Die Drehleier hat in verschiedenen Zeitepochen verschiedene Formen gehabt: im Mittelalter wurde eine große Drehleier für zwei Spieler benutzt, und zwar auch in der geistlichen Musik. Die Barockdrehleier mit ihrem muschelförmigen Korpus wurde im XVIII. Jh. auf den Höfen der Adel beliebt. Später wurde die Drehleier eher in der weltlichen Musik und Volksmusik benutzt, so dass sie den Ruf eines „Instruments der Bettler und wandernden Musiker“ erlangte.

Viola da gamba ist ein Streichinstrument, der unter die sog. alte Violen gereiht wird. Diese Instrumente wurden in Europa seit Gotik bis zum Spätbarock verbreitet und mit den heutigen Bestrebungen um die zeitgemäße Interpretation der alten Musik erleben sie heute ihre Wiedergeburt.
Alte Violen werden auf Violen da gamba, die beim Spielen zwischen Knien gehalten werden (ähnlich wie Violoncello), und Violen da braccio die unter dem Kiefer oder am Schulter gehalten wird (ähnlich wie heutige Geige). Die Instrumentengruppe der Violen da gamba umfasst den ganzen Rang von der Sopran- (Diskant-)gambe bis zur Bass- und Kontrabassgambe.
Die Violen da gamba stammen von multikulturellen Spanien des XV. Jhs. Sie wurden im großen Maße in der Renaissance in Italien verbreitet. Schon im Jahre 1528 bezeichnet Baldassare Castiglione in seinem Handbuch für den Höfling (Il Cortegiano) das Spielen auf der Viola als unerläßlich für die Erziehung eines jungen Adeligen.
Die Blütezeit der Viola da gamba beginnt am Ende des XV. Jhs. und reicht bis zum Jahre 1780. Es war ein Instrument der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus. Es wurde zum Schmuck der Höfen, Kirchen, Schlösser, zum vornehmsten Vertreter der damaligen Musikkunst. Es wurde als Begleitinstrument für menschliche Stimme sowie in ausschließlich instrumentalen Formen benutzt.
Mehr über Geschichte der Violen da gamba hier.

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